Barfuß im Regen

Bei dieser Überschrift denken wahrscheinlich vor allem jene, älteren Semesters an den Klassiker von Michael Holm aus dem Jahre 1970. Und ja, selbst in meinem Alter kennt man das Lied noch.

Da ich aber weder Musikkritiker noch sonst in irgendeiner Art und Weise musikalisch bin, ist mit dieser Überschrift natürlich nicht der Titel gemeint. Vielmehr rückt die kalte Jahreszeit immer näher. Die Bäume lassen immer mehr Blätter und es regnet immer häufiger. Das sicherlich zeitweise schöne Bild birgt jedoch auch seine Gefahren.

Firefox geht in seinem Artikel schon darauf ein was passiert, wenn die städtischen Entsorgungsbetriebe sich nicht in der Lage fühlen, Gullis vom Laub zu befreien. Da sich oftmals auch sonst keiner genötigt fühlt, vor seinem Haus den Gulli freizumachen, wartet man einfach ab, bis der Wasserpegel dank eines Starkregenschauers steigt und das Wasser knietief im Keller steht. Warum auch die Hektik? Die Feuerwehr kommt doch eh…schließlich zahle ich Steuern. Richtig ist, dass wir kommen. Doch um welchen Preis? Die Feuerwehr fährt an Tagen wie dem letzten Samstag von Haus zu Haus um diese vom Wasser zu befreien. Die Kollegen sind stundenlang im Einsatz oftmals nur, weil Onkel Klaus keine Lust hatte, den Gulli vor dem Haus kurz vom Laub zu befreien. Dabei wird es immer kritischer für die Leitstelle die Notfälle die im “Alltagsgeschäft” passieren durch genügend Kräfte abarbeiten zu lassen. So müssen die Kollegen aus dem Nachbarbezirk anrücken um Oma Koslowski (Name natürlich frei erfunden)zu helfen, da die Kollegen knietief in der Scheisse ähm im Wasser stehen.

Leider ist dies mittlerweile ein gewohntes Bild für uns. Schlimm wirds allerdings wenn sich folgende Situation ergibt:

Bei einem ähnlichen Unwetter wie dem am Wochenende ist unser Fahrzeug zu einem alten Einfamilienhaus gerufen worden: Wasser in Keller mit Heizöltank. Es war eins der typischen alten Zechenhäuser, die für die damaligen Bergbauarbeiter gebaut wurden.

Begrüßt wurden wir direkt mit einem freundlichen “Warum dauert das so lange? Ich habe schon vor einer halben Stunde angerufen, jetzt ist ja noch mehr Wasser im Keller! Wofür zahle ich eigentlich Steuern?”. Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden gerade eben zum “Kunden” des Tages gewählt. Onkel Klaus stand mit der Falsche Bier im Anschlag im schicken Feinripp-Unterhemd, der guten alten Joggingpeitsche und dem neuesten Model der Marke Assiletten (oder so ähnlich). Es bot sich uns das typische Bild: Gullis vor dem Haus waren über und über mit Blättern verstopft. Ein einfacher Griff hinein löste schonmal das Problem des nachlaufenden Wassers.

Nun ging es zur Lageerkundung in den Keller. Onkel Klaus folgte auch ganz brav nachdem man ihn drauf hingewiesen hatte, dass er nicht der einzige Anrufer sei und man gerne zu späterer Stunde wieder kommen könne. Im Keller fanden wir die typische Situation für diese Zechenhäuser vor. Der Keller wurde selbstständig ausgebaut. Dabei wurde wenig Wert auf fachmännische Korrektheit gelegt. Da wurden Stromkabel kreuz und quer durch den Keller gezogen, standen hier mal etwas ab, waren da mal etwas geknickt und wo die wirklich endeten konnte auch keiner sagen.

Onkel Klaus schien dies alles nicht zu stören…er wollte gerade mit seinen Assiletten in das Wasser steigen um uns auch ja zu zeigen, dass es wirklich knietief steht als der Kollege ihn noch gerade eben zurückziehen konnte. Dieser wurde dann auch noch wüst beschimpft, wie er den armen Onkel Klaus denn so erschrecken könnte und dazu noch anfassen…er war doch gerade eben schon in dem Wasser und wollte die Pumpe im Sickerschat einstecken, die hatte er vorher sicherheitshalber rausgezogen, damit man nicht unnötig Strom verbraucht. Hier fehlte leider völliges Unverständnis dafür wie gefährlich es eigentlich ist, in einen vollgelaufenen Keller zu steigen.

Also Onkel Klaus, nochmal zum mitschreiben: Wenn du hast Wasser in Keller, es ist nix gut zu tanzen barfuß in Wasser. Gerade wenn Stromkabel selbstgelegt kann machen “bssstt” und alles aus…

MixIt: Parallelen zwischen Feuerwehr und Job – Heute: Motivation 1

Da ich nun schon länger nichts mehr von mir habe hören lassen, wird es nun wieder Zeit für eine neue Kategorie: MixIt! Hierbei möchte ich versuchen, die Erfahrungen aus Job und Feuerwehr zu vereinen und Analogien zu ziehen. Denn auch wenn es nicht den Anschein macht, eine Löschgruppe zu führen ist grundsätzlich nichts anderes als eine Abteilung in einem großen Konzern zu führen. Beispielsweise ist es in beiden Positionen wichtig Autorität auszustrahlen, aber die Bindung zur Mannschaft nicht zu verlieren.

Viel wichtiger ist es aber, die Kameraden oder Mitarbeiter ständig “bei der Stange zu halten”. Motivation ist hier das A und O. Motivation ist die Kraft, die uns dazu führt auch einmal Sachen zu machen, die nicht unbedingt gefordert sind – die uns die Extrameile laufen lässt.

Um zu verdeutlichen, wie sich das auf die Feuerwehr auswirkt fange ich bei der Problemstellung an, die vielen ehrenamtlichen Kräften bekannt sein sollte:

Engagierte ehrenamtliche Kräfte werden heute immer seltener. Der Druck durch Arbeit, Studium (Bachelor/Master) und nicht zuletzt der verkürzte Wehrdienst machen es den Hilfsorganisationen und freiwilligen Feuerwehren immer schwieriger, geeignete Leute zu finden. Darüberhinaus gibt es in jeder Einheit die Leute, die sich immer nur die Goodies herauspicken wollen. “Ich bin für die spannenden Einsätze hier – nicht aber um das Auto zu putzen!”. So oder so ähnlich hört es sich leider viel zu oft an.

Ich persönlich habe dies aber auch andersherum erlebt. So gibt es auch Leute, die zum Übungsdienst erscheinen, nicht aber zu den Einsätzen. Da werden dann schonmal Einsätze nicht gefahren, weil kein Maschinist vorhanden ist, obwohl es davon ausreichend Aktive gibt.

Wie löse ich als Löschgruppenführer nun dieses Problem?

In vielen Fällen wird die mangelnde Motivation als Problem der Einsatzbereitschaft instrumentalisiert. Es wird gesagt:  “Wenn sich an der Motivation nichts ändert, gibt es auch keine Bonusbehandlung mehr und die Weihnachtsfeier fällt aus”.  Doch was hieraus folgt ist: dass beim nächsten Einsatz vielleicht einmal alle Autos besetzt werden können doch schon beim Übernächsten Einsatz fährt man nur noch zu viert raus. Denn an der Motivation hat sich nichts getan. Viele stellen sich die Frage “Warum soll ich fahren, wenn die anderen doch auch nicht kommen”.

In einem großen Unternehmen, zukünftig beispielhaft der internationale Öl-Multi Sonnenblume, ist dies nicht anders. Wenn drei Leute der Abteilung immer pünktlich Feierabend machen, der vierte aber fürs gleiche Geld jeden Tag 10 Stunden arbeitet, fragt dieser sich auch irgendwann, warum er das tut. Folge: Die Arbeit bleibt liegen.

In den Büchern findet man klare Aussagen zur Problemlösung: Es müssen Anreize geschaffen werden, für die es sich lohnt, überstunden zu machen. Diese Ansätze könnten zum beispielsweise monetärer Natur sein (Hast du mehr Geld in Tasche!) oder der Arbeitgeber schafft ein angenehmes Arbeitsklima (Hast du Spaß bei der Maloche).

Um den Kreis nun zu schließen, wollen wir diese Ansätze auf die Freiwillige Feuerwehr übertragen. Da wir hier von einer ehrenamtlichen Tätigkeit sprechen, fallen die monetären Ansätze schon einmal weg. Also muss ein angenehmes Arbeitsklima geschaffen werden.

Fangen wir bei der Führungskraft an: Welche Persönlichkeit muss eine Führungskraft ausstrahlen, um für ein angenehmes Arbeitsklima zu sorgen.

4 Punkte fallen mir spontan ein:

  1. Autorität
  2. Respekt
  3. Vorbildfunktion
  4. Spaß und Motivation.

In erster Linie sollte eine Führungsperson in den richtigen Momenten Autorität ausstrahlen. Immerhin ist der Gruppenführer verantwortlich, wenn etwas schief geht. Die Mannschaft muss sich auf diese Führungsperson verlassen können und davon ausgehen, dass diese ihren Willen auch durchsetzt.

Desweiteren ist ein respektvoller Umgang mit der Mannschaft zwingend erforderlich. Fühlt sich eine Person ausgeschlossen oder unfair behandelt, wirkt sich dies schnell auf die Motivation der gesamten Mannschaft aus.

Darüberhinaus ist es wichtig, dass der Gruppenführer sich seiner Rolle als Vorbild bewusst ist. Wenn rauchen in den Räumen der Wehr verboten ist, dann gilt dies auch für den Gruppenführer. Andersherum, wenn sich der Gruppenführer nach der Übung eine Zigarette ansteckt muss er damit rechnen, dass ihm die rauchenden Kameraden dies gleich tun.

An letzter Stelle steht die eigene Motivation, wobei diese Stelle womöglich das Wichtigste ist. Wie der heilige Augustinus schon sagte: “Du kannst in anderen nur entzünden, was in dir selber brennt”.

Wie soll die Mannschaft Spaß an der Feuerwehr haben, wenn der Gruppenführer gelangweilt oder genervt daneben steht? Die Kunst besteht darin, die eigene Motivation zu transportieren. Dies kann geschehen, indem der Gruppenführer mit anpackt, wenns ums Autowaschen oder Hallefegen geht. Oder indem der Gruppenführer beim abendlichen Umtrunk teilnimmt und sich mit den einzelnen Kameraden unterhält. Oftmals sagt auch ein Lächeln mehr als 1000 Worte.

Mit diesem epischen Zitat möchte ich den Artikel für heute beenden. Nachdem ich mich heute über die Bedeutung der Führungskraft für die Motivation der Mannschaft geäußert habe, soll es demnächst darum gehen wie man konkret an der Motivation arbeiten kann.

Bis dahin möchte ich von euch wissen: Habt ihr so etwas schon erlebt? Kennt ihr die Probleme aus der eigenen Gruppe oder wie geht man bei euch damit um?

Bis dahin gelten die besten Grüße

Euer Papa Whiskey

„Für eine Handvoll Pillen“ – Brutale Warnung

Die Übersicht gibt’s beim Monsterdoc: *klick*

Vor mir war Anna dran *klick*

“Ahh…autschh…arghhh”…

Langsam versuche ich die Augen zu öffnen…sie sind total verklebt. Es ist ziemlich dunkel um mich herum…meine Augen müssen sich erst daran gewöhnen…

Unter mir ist es feucht…ich fühle Laub und Erde. Ich muss in einem Wald sein. Was zum Teufel ist hier los?

Etwas warmes läuft mir die Stirn herab. Mein Kopf fühlt sich an als wäre ich unter einen LKW gekommen…Ich greife über meine Stirn…schaue auf die Finger…mist ich blute. Mein rechtes Auge ist zugeschwollen und ich kann immernoch kaum was sehen.

Was ist hier bloß los? Ich kann mich nur daran erinnern, dass wir auf der Suche nach Hermione waren…

Moment ieehh…ieehh…Arco hör auf…ist gut ich bin ja schon wach. Der Hund ist auch dabei…schleckt mir durchs Gesicht. Ja ich war mit ihm auf der Suche…wir sollten den Steinbruch absuchen…

Dann haben wir einen dieser Anzugmänner gesehen! Wir wollten ihm folgen, bis er irgendwo im Steinbruch verschwunden ist. Er muss durch eine Art Geheimgang ins Innere des Steinbruchs gegangen sein…das weiß ich noch. Und dann…ja dann wurd alles dunkel.

Ich versuche mich aufzurichten um zu schauen wo ich bin…doch mein Arm knickt weg. Ein stechender Schmerz durchzuckt meinen Körper…mist…der Arm scheint gebrochen zu sein…

Was ist das? hier liegt noch ein Zettel…ich kann es kaum lesen…

“Warnung! Verschwinde aus Defihausen! Steckt eure Nase nicht in Angelegenheiten, die euch nix angehen werden! Wir kennen alles über euch! Das nächste Mal gehts nicht so glimpflich aus!”

Was ist hier nur los? Ich wollte zwar mein Leben verändern…aber nicht soo…Dieses Defihausen ist schön! Was machen die nur mit den ganzen Bewohnern hier? Ich werde mich von denen nicht in die Ecke drängen lassen…Vielleicht kann ich mit meinem alten Leben doch noch nicht ganz abschließen…

Arco was ist? Warum bellst du? Nein ich will jetzt nicht spielen! Was ist denn…was willst du mit meinem Melder?

Achja! Guter Hund! Mir fällt ein, dass der Melder eine Twitterfunktion hat…

Schnell einen Notruf absetzen…dann kann mich der Leitstellengott orten und retten…hoffentlich geht das schnell…

Es wird schwummerig…die Augen fallen zu und es wird dunkel um mich herum…

Shortie: Placebo andersherum

Da ich mich in meinen Artikeln immer sehr schwer tue, mal wirklich auf den Punkt zu kommen, gibts als kleine Therapiemaßnahme Hilfestellung, nun zwischendurch immer mal wieder die sogenannten “Shorties”.

Dabei werde ich von Gegebenheiten berichten, die zu kurz für einen großen Aritkel sind, aber meiner Meinung nach dennoch hier rein gehören!

Heute starte ich mit etwas, dass sich gerade eben ergeben hat:

Als ich heute morgen ins Büro kam fühlte ich mich zwar sehr müde, aber nicht sonderlich schlecht. Gerade auf dem Gang traf ich dann einen Kollegen, der mich fragte ob ich krank sei. Ich würde nämlich etwas kränkelnd aussehen.

Was soll ich sagen…seitdem läuft die Nase, der Kopf wird schwer und Halsschmerzen habe ich auch!

Irgendwie wie Placebo, nur anders…

Zur Behandlung werd ich mir dann wohl eine Vitamintablette reinpfeiffen und mir vorher einreden es wäre was gegen Erkältungen…müsste dann ja auch helfen…

“Für eine Handvoll Pillen” – Einleben mal anders…

Die Übersicht über alle Geschehnisse bei Monsterdoc

und vor mir durfte Anna schreiben…

Man man man…was ist nur los in dieser Stadt? Da wird man kaum begrüßt und schon sind alle weg…Chaos pur. Irgendwie wie in der Großstadt…nur anders!

Da hab ich den Paul gerade kennengelernt…schon ist der wieder unterwegs…er hat irgendwas davon gefaselt, dass ich bei ihm wohnen kann…in der Villa! Ich bin ja mal gespannt. Das wäre was! Ich hoffe der hat auch einen Pool.

Achjaa und die Rettungswache haben die auseinander genommen! Zum Glück konnte ich gestern nicht zur Party kommen…noch die letzten Reste aus meinem alten Leben entfernen! Davon soll hier niemand was erfahren!

Das einzige was in der Ruine noch gehalten hat ist mein Auto! Tjaa die Titanlegierung hat sich also doch gelohnt.

Was ist denn das

*brrrr**brrrrr**möööööööp**klingel**klirrrr**tüüüüüüüüüüüüüüüüt**tüüüüüt*

Oh mein Gott das ist ja der Melder! Mein erster Einsatz in Defihausen…was steht da im Display?

*** FEU1: Brennt Schuppen: Kleingartenkolonie “Zum güldenen Spießer”, Ackerstr. 12 *** FW LZ DEFIH HLF, TLF, ELW 1

Ab gehts zum Einsatz!

Ich fahre erst garnicht zur Wache, ich hab ja alles was ich brauche im Mustang!

Per Knopfdruck fahren die drei Dachaufsetzter auf (rot, gelb, weiß) mit hektischem Dauerblinken. Vorne gehen die beiden Ultrastrobe 2000 an…damit macht vor mir jeder Platz, denn wer zu lange reinschaut soll erblinden habe ich gehört.

Mit quitschenden Reifen geht es raus aus der Ruine. Das Navi habe ich zum Glück schon vom Leitstellengott auf den Melder abstimmen lassen. Da fehlt nur noch die Sirene! Welcher Knopf war das nochmal?

*Wuuuuuuuuuuhääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääää*

Ahhh autsch…mist…das war der Weltalarmverstärker aus meiner alten Heimat….ahh hviel zu laut für das beschauliche Defihausen. Man…an dem Haus da hats die Scheiben rausgehauen…da wohnt doch dieser Timo!

Naja der dürfte eh nix mehr hören. Hoffentlich kriegts der Chef nicht raus! Schon beim ersten Einsatz!

Da vorne ist ja auch schon der Schuppen! Und ich bin der Erste….! Da hilft der Schnellangriff mit dem 800 Litertank auf der Rückbank! Das sollte reichen…

Also schnell ausgerollt und heldenhaft gelöscht! So viel brannte ja auch nicht! Schnell noch die Rückmeldung an die Leitstelle “Brannte kleiner Holzschuppen! C-Schnellangriff vorgenommen, Feuer aus” und nun schnell weg hier, bevor noch jemand mitkriegt, dass ich die Weltalarmsiren hab laufen lassen…

War das da etwa schon die Presse? Hoffentlich hat die mich nicht gesehen…schnell zurück zur Wache…nach dem alten Paul suchen.

Weiter gehts dann beim Chefarzt

Glaskugel is currently out of order

Bevor ich mit meinem Artikel anfange möchte ich eins klarstellen: Die Kollegen mit denen ich arbeite sind größtenteils nett und hilfsbereit und es macht mir immer wieder Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auch unsere Kunden sind meist freundlich und dankbar, wenn man ihnen helfen konnte.

Wenn man mal wieder den ungeliebten Hotline-Dienst machen muss, ist man immer froh, wenn die Kunden freundlich sind und einen nicht direkt anschnauzen,weil irgendetwas mal wieder nicht funktioniert. Leider hat man immer mal wieder schwarze Schafe dabei, die in mir das personifizierte Problem sehen. Wenn was nicht läuft ist eben der Typ von der Hotline schuld. Dabei befinden sich 90% der Fehlerquellen in meinem Job zwischen dem Monitor und der Rückenlehne des Stuhls ;-)

Oftmals meinen diese Kunden dann auch noch, dass man alles wissen, alles kennen und alles voraussehen müsse. Da wir aber das Handbuch für unsere Glaskugel verlegt haben, kann ich nicht immer alles im Voraus wissen. Meinen ganz besonderen Lieblingskunden scheint das nicht zu interessieren.

Ich bin schon mehrere Male mit ihm aneinander geraten, häufig weil er selbst Fehler gemacht hat, die hätten vermieden werden können. Man muss hierbei erwähnen, dass “Kunden” bei uns Mitarbeiter des Unternehmens sind, die Probleme mit den Personalabrechnungen haben. Diese landen dann früher oder später bei mir und ich sage ihnen, was sie hätten anders machen müssen oder sorge dafür, dass das System angepasst wird.

Mein Lieblingskunde Nr.1 (nachfolgend nur noch Nr.1 genannt) rief mal wieder mit einem Problem an. Bei einer Personalnummer stimme etwas nicht und ich sollte mich drum kümmern dass dies korrigiert wird. Er nannte mir auch sofort den Lösungsweg, welchen er aufgrund mangelnder Berechtigungen nicht beschreiten konnte und ich war zufrieden. Fehler erkannt und sofort mit einem Vorschlag zur Problembehebung gekommen. Das war gut…eigentlich schon zu gut…

Ich wies Nr.1 noch schnell darauf hin, dass ich einen schriftlichen Auftrag via E-Mail bräuchte und sicherte zu, dass ich mich schnellsmöglich mit dem Thema befassen werde.
Was war nun für mich zu tun: ich musste prinzipiell nur die E-Mail an die Spezialisten weiterleiten, damit diese die notwendigen Änderungen vornehmen und mir diese dann bestätigen.

Nun ist es aber so, dass diese Anfrage nicht die einzige ihrer Art war. Ich leite am Tag mehrere E-Mails weiter und die Spezialisten warten auch nicht unbedingt auf diesen einen Anruf. Sprich, wir sind gut ausgelastet! Nr.1 schaffte es allerdings genau 5:30  Minuten !!! nach Eingang der Mail das erste Mal anzurufen, um zu fragen, ob die Sache schon erledigt wäre. Ich war noch nicht einmal dazu gekommen, die E-Mail zu öffnen!!!

Beim Prüfen der E-Mail stellte ich dann fest, dass ein Screenshot der Fehlermeldung fehlte (wir benötigen diesen damit die Systemer genau nachvollziehen können, bei wem der Fehler warum auftritt). Also musste ich diesen Screenshot anfordern. Also bat ich Nr.1 um das erneute Senden der E-Mail, diesmal mit Screenshot…es folgte eine E-Mail…ihr habt’s gewusst: ohne Screenshot aber mit ausführlicher Beschreibung des Fehlers und dem Fettgedruckten Hinweis :DRINEND. Wie fast jeder zweite Fall der bei uns eingeht *gäähn*

Oh man, ich merke, ich schreibe schon wieder zu viel… also um zum Punkt zu kommen, es folgten noch mehrere E-Mails bis ich aufgab und den Fehler ohne einen Screenshot weitergab. Der Fehler wurde durch die Spezialisten dann auch für die im Text der Mail genannte Personalnummer geändert und ich konnte Nr.1 von Abschluss der Problembehandlung berichten. Super, endlich los!

Denkste! Nur wenige Sekunden nachdem ich den “Senden”-Button meines E-Mail-Programms gedrückt hatte, klingelte das Telefon. Nr. 1 beschwerte sich lauthals, dass bei ihrem Problemfall ja noch garnichts geändert wurde…und das könne doch alles nicht so schwierig sein…was ich denn hier zu suchen hätte, wenn ich von der Sache keine Ahnung hätte und noch ein paar andere Frechheiten die ich über mich ergehen ließ…vielleicht hatte ich ja wirklich einen Fehler gemacht.

Wie sich jedoch ziemlich schnell herausstellte, hatte Nr.1 während des Schriftverkehrs plötzlich von einer Mail zur nächsten die Personalnummern ausgetauscht. Wahrscheinlich aus Versehen. Ich ging natürlich davon aus, dass die Personalnummer stimmte und ließ den Fehler nun für die falsche Personalnummer beheben…Folge daraus waren ca. 2 Stunden Arbeit, um die falsche Korrektur zu beheben und nun die richtige Korrektur durchzuführen.

Gut…sowas war ich von Nr.1 gewohnt…ich war verärgert, aber das kommt vor. Wirklich sauer war ich, als Nr.1 mir am Telefon vorwarf die E-Mails gefälscht zu haben…er hätte den Fehler ja nicht begangen…das könne nur ich gewesen sein!

Ab diesem Punkt hats mir gereicht und ich habe eine E-Mail an seinen Vorgesetzten verfasst indem ich damit drohte die nun erstandenen Kosten für meine Arbeit in Rechnung zu stellen (man muss dazu sagen, dass ich mich mit diesem Vorgesetzten sehr gut verstehe, sitzt nur wenige Büro’s weiter) und ich wies darauf hin, dass ich nicht vorausahnen kann, für welche Personalnummer ich nun einen Fehler beheben soll…angehängt war folgendes Foto:

Für eine Handvoll Pillen – Blogsoap: Einzug in das verrückte Defihausen

Es ist soweit: PapaWhiskey hält Einzug in die Blogsoap “Für eine Handvoll Pillen”. Zur Blogsoap…

Endlich ist es soweit…ich verlasse die ungeliebte Heimat und ziehe endlich nach Defihausen…

Es ist noch spät in der Nacht. Gerade einmal 03:35 Uhr in der Früh. Eigentlich überhaupt nicht meine Zeit, aber die Nervosität raubt mir den Schlaf.Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut, aber was heißt hier Koffer? Ich brauche nicht viel zum Leben! Der knitterfreie Nadelstreifenanzug aus meinem früheren Leben als Geschäftsmann bleibt hier. Ich will abschließen, abschließen mit dem was bisher geschah und was keiner erfahren darf.

Die Kaffemaschine reagiert auf mein Klatschen und kurzezeit später ist der Kaffee fertig…kurz die Maschine in Gang bringen…ohne Koffein läuft in meinem Körper nichts!

Nun stelle ich mich auch vor, entschuldigt die Unhöflichkeit – eigentlich ist mit mir um diese Uhrzeit nichts anzufangen. Früher war auch das anders…da war ich noch bei der Feuerwehr. Jaa das war ich, Papa Whiskey. Geschäftsmann und nebenbei bei der Freiwilligen Feuerwehr. Das liegt wohl an meinem Helfersyndrom…ich war schon immer für andere da! Leider oft für die falschen Leute. Aber damit ist jetzt Schluss! Ab gehts in ein neues Leben!

Schnell ist der Kaffee weg und ich springe auf, um die letzten Habseligkeiten zu verstauen. Auf in ein neues Leben, auf nach Defihausen.

Ich weiß leider selber nicht was mich erwartet. Es wird nicht leicht…noch kein Job, keine Wohnung. Da ist nur dieser Leitstellenchef…der soll ganz gute Beziehungen haben…vielleicht kann er mir einen Platz zum schlafen besorgen. Oder auch einen Job!?

Ich habe mich für 8 Uhr mit ihm verabredet…so kann ich mir Zeit lassen auf der Autobahn mit meinem Ford Mustang, übermotorisiert, viel zu große Felgen und eine dicke Musikanlage drin…genau mein Stil!

Naja, eigentlich war ich früher so…als Geschäftsmann muss man zeigen, dass man Geld verdient…das will ich eigentlich hinter mir lassen. Aber meine Musikanlage, die brauche ich…die gehört zu mir! Ohne Musik geht garnichts. Fast schlimmer als ohne Kaffee. Und was wäre schon ein DJ ohne dicke 1000 Watt Basemaschine im Auto??? Ist doch ganz normal oder?

Nun geht es los gen Defihausen…hoffentlich steht mein Kontaktmann am vereinbarten Treffpunkt…ich kenne doch keinen…und hoffentlich finde ich dort Freunde…