Glaskugel is currently out of order

Bevor ich mit meinem Artikel anfange möchte ich eins klarstellen: Die Kollegen mit denen ich arbeite sind größtenteils nett und hilfsbereit und es macht mir immer wieder Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auch unsere Kunden sind meist freundlich und dankbar, wenn man ihnen helfen konnte.

Wenn man mal wieder den ungeliebten Hotline-Dienst machen muss, ist man immer froh, wenn die Kunden freundlich sind und einen nicht direkt anschnauzen,weil irgendetwas mal wieder nicht funktioniert. Leider hat man immer mal wieder schwarze Schafe dabei, die in mir das personifizierte Problem sehen. Wenn was nicht läuft ist eben der Typ von der Hotline schuld. Dabei befinden sich 90% der Fehlerquellen in meinem Job zwischen dem Monitor und der Rückenlehne des Stuhls😉

Oftmals meinen diese Kunden dann auch noch, dass man alles wissen, alles kennen und alles voraussehen müsse. Da wir aber das Handbuch für unsere Glaskugel verlegt haben, kann ich nicht immer alles im Voraus wissen. Meinen ganz besonderen Lieblingskunden scheint das nicht zu interessieren.

Ich bin schon mehrere Male mit ihm aneinander geraten, häufig weil er selbst Fehler gemacht hat, die hätten vermieden werden können. Man muss hierbei erwähnen, dass „Kunden“ bei uns Mitarbeiter des Unternehmens sind, die Probleme mit den Personalabrechnungen haben. Diese landen dann früher oder später bei mir und ich sage ihnen, was sie hätten anders machen müssen oder sorge dafür, dass das System angepasst wird.

Mein Lieblingskunde Nr.1 (nachfolgend nur noch Nr.1 genannt) rief mal wieder mit einem Problem an. Bei einer Personalnummer stimme etwas nicht und ich sollte mich drum kümmern dass dies korrigiert wird. Er nannte mir auch sofort den Lösungsweg, welchen er aufgrund mangelnder Berechtigungen nicht beschreiten konnte und ich war zufrieden. Fehler erkannt und sofort mit einem Vorschlag zur Problembehebung gekommen. Das war gut…eigentlich schon zu gut…

Ich wies Nr.1 noch schnell darauf hin, dass ich einen schriftlichen Auftrag via E-Mail bräuchte und sicherte zu, dass ich mich schnellsmöglich mit dem Thema befassen werde.
Was war nun für mich zu tun: ich musste prinzipiell nur die E-Mail an die Spezialisten weiterleiten, damit diese die notwendigen Änderungen vornehmen und mir diese dann bestätigen.

Nun ist es aber so, dass diese Anfrage nicht die einzige ihrer Art war. Ich leite am Tag mehrere E-Mails weiter und die Spezialisten warten auch nicht unbedingt auf diesen einen Anruf. Sprich, wir sind gut ausgelastet! Nr.1 schaffte es allerdings genau 5:30  Minuten !!! nach Eingang der Mail das erste Mal anzurufen, um zu fragen, ob die Sache schon erledigt wäre. Ich war noch nicht einmal dazu gekommen, die E-Mail zu öffnen!!!

Beim Prüfen der E-Mail stellte ich dann fest, dass ein Screenshot der Fehlermeldung fehlte (wir benötigen diesen damit die Systemer genau nachvollziehen können, bei wem der Fehler warum auftritt). Also musste ich diesen Screenshot anfordern. Also bat ich Nr.1 um das erneute Senden der E-Mail, diesmal mit Screenshot…es folgte eine E-Mail…ihr habt’s gewusst: ohne Screenshot aber mit ausführlicher Beschreibung des Fehlers und dem Fettgedruckten Hinweis :DRINEND. Wie fast jeder zweite Fall der bei uns eingeht *gäähn*

Oh man, ich merke, ich schreibe schon wieder zu viel… also um zum Punkt zu kommen, es folgten noch mehrere E-Mails bis ich aufgab und den Fehler ohne einen Screenshot weitergab. Der Fehler wurde durch die Spezialisten dann auch für die im Text der Mail genannte Personalnummer geändert und ich konnte Nr.1 von Abschluss der Problembehandlung berichten. Super, endlich los!

Denkste! Nur wenige Sekunden nachdem ich den „Senden“-Button meines E-Mail-Programms gedrückt hatte, klingelte das Telefon. Nr. 1 beschwerte sich lauthals, dass bei ihrem Problemfall ja noch garnichts geändert wurde…und das könne doch alles nicht so schwierig sein…was ich denn hier zu suchen hätte, wenn ich von der Sache keine Ahnung hätte und noch ein paar andere Frechheiten die ich über mich ergehen ließ…vielleicht hatte ich ja wirklich einen Fehler gemacht.

Wie sich jedoch ziemlich schnell herausstellte, hatte Nr.1 während des Schriftverkehrs plötzlich von einer Mail zur nächsten die Personalnummern ausgetauscht. Wahrscheinlich aus Versehen. Ich ging natürlich davon aus, dass die Personalnummer stimmte und ließ den Fehler nun für die falsche Personalnummer beheben…Folge daraus waren ca. 2 Stunden Arbeit, um die falsche Korrektur zu beheben und nun die richtige Korrektur durchzuführen.

Gut…sowas war ich von Nr.1 gewohnt…ich war verärgert, aber das kommt vor. Wirklich sauer war ich, als Nr.1 mir am Telefon vorwarf die E-Mails gefälscht zu haben…er hätte den Fehler ja nicht begangen…das könne nur ich gewesen sein!

Ab diesem Punkt hats mir gereicht und ich habe eine E-Mail an seinen Vorgesetzten verfasst indem ich damit drohte die nun erstandenen Kosten für meine Arbeit in Rechnung zu stellen (man muss dazu sagen, dass ich mich mit diesem Vorgesetzten sehr gut verstehe, sitzt nur wenige Büro’s weiter) und ich wies darauf hin, dass ich nicht vorausahnen kann, für welche Personalnummer ich nun einen Fehler beheben soll…angehängt war folgendes Foto:

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About papawhiskey88

Dieser Blog wird von mir aus datenschutzrechtlichen Gründen anonym gehalten. Ich stamme aus einer Großstadt irgendwo in Deutschland und berichte über mein Berufsleben in einem großen Konzern und über Geschehnisse die ich in der Freiwilligen Feuerwehr so erlebe.

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