MixIt: Parallelen zwischen Feuerwehr und Job – Heute: Motivation 1

Da ich nun schon länger nichts mehr von mir habe hören lassen, wird es nun wieder Zeit für eine neue Kategorie: MixIt! Hierbei möchte ich versuchen, die Erfahrungen aus Job und Feuerwehr zu vereinen und Analogien zu ziehen. Denn auch wenn es nicht den Anschein macht, eine Löschgruppe zu führen ist grundsätzlich nichts anderes als eine Abteilung in einem großen Konzern zu führen. Beispielsweise ist es in beiden Positionen wichtig Autorität auszustrahlen, aber die Bindung zur Mannschaft nicht zu verlieren.

Viel wichtiger ist es aber, die Kameraden oder Mitarbeiter ständig „bei der Stange zu halten“. Motivation ist hier das A und O. Motivation ist die Kraft, die uns dazu führt auch einmal Sachen zu machen, die nicht unbedingt gefordert sind – die uns die Extrameile laufen lässt.

Um zu verdeutlichen, wie sich das auf die Feuerwehr auswirkt fange ich bei der Problemstellung an, die vielen ehrenamtlichen Kräften bekannt sein sollte:

Engagierte ehrenamtliche Kräfte werden heute immer seltener. Der Druck durch Arbeit, Studium (Bachelor/Master) und nicht zuletzt der verkürzte Wehrdienst machen es den Hilfsorganisationen und freiwilligen Feuerwehren immer schwieriger, geeignete Leute zu finden. Darüberhinaus gibt es in jeder Einheit die Leute, die sich immer nur die Goodies herauspicken wollen. „Ich bin für die spannenden Einsätze hier – nicht aber um das Auto zu putzen!“. So oder so ähnlich hört es sich leider viel zu oft an.

Ich persönlich habe dies aber auch andersherum erlebt. So gibt es auch Leute, die zum Übungsdienst erscheinen, nicht aber zu den Einsätzen. Da werden dann schonmal Einsätze nicht gefahren, weil kein Maschinist vorhanden ist, obwohl es davon ausreichend Aktive gibt.

Wie löse ich als Löschgruppenführer nun dieses Problem?

In vielen Fällen wird die mangelnde Motivation als Problem der Einsatzbereitschaft instrumentalisiert. Es wird gesagt:  „Wenn sich an der Motivation nichts ändert, gibt es auch keine Bonusbehandlung mehr und die Weihnachtsfeier fällt aus“.  Doch was hieraus folgt ist: dass beim nächsten Einsatz vielleicht einmal alle Autos besetzt werden können doch schon beim Übernächsten Einsatz fährt man nur noch zu viert raus. Denn an der Motivation hat sich nichts getan. Viele stellen sich die Frage „Warum soll ich fahren, wenn die anderen doch auch nicht kommen“.

In einem großen Unternehmen, zukünftig beispielhaft der internationale Öl-Multi Sonnenblume, ist dies nicht anders. Wenn drei Leute der Abteilung immer pünktlich Feierabend machen, der vierte aber fürs gleiche Geld jeden Tag 10 Stunden arbeitet, fragt dieser sich auch irgendwann, warum er das tut. Folge: Die Arbeit bleibt liegen.

In den Büchern findet man klare Aussagen zur Problemlösung: Es müssen Anreize geschaffen werden, für die es sich lohnt, überstunden zu machen. Diese Ansätze könnten zum beispielsweise monetärer Natur sein (Hast du mehr Geld in Tasche!) oder der Arbeitgeber schafft ein angenehmes Arbeitsklima (Hast du Spaß bei der Maloche).

Um den Kreis nun zu schließen, wollen wir diese Ansätze auf die Freiwillige Feuerwehr übertragen. Da wir hier von einer ehrenamtlichen Tätigkeit sprechen, fallen die monetären Ansätze schon einmal weg. Also muss ein angenehmes Arbeitsklima geschaffen werden.

Fangen wir bei der Führungskraft an: Welche Persönlichkeit muss eine Führungskraft ausstrahlen, um für ein angenehmes Arbeitsklima zu sorgen.

4 Punkte fallen mir spontan ein:

  1. Autorität
  2. Respekt
  3. Vorbildfunktion
  4. Spaß und Motivation.

In erster Linie sollte eine Führungsperson in den richtigen Momenten Autorität ausstrahlen. Immerhin ist der Gruppenführer verantwortlich, wenn etwas schief geht. Die Mannschaft muss sich auf diese Führungsperson verlassen können und davon ausgehen, dass diese ihren Willen auch durchsetzt.

Desweiteren ist ein respektvoller Umgang mit der Mannschaft zwingend erforderlich. Fühlt sich eine Person ausgeschlossen oder unfair behandelt, wirkt sich dies schnell auf die Motivation der gesamten Mannschaft aus.

Darüberhinaus ist es wichtig, dass der Gruppenführer sich seiner Rolle als Vorbild bewusst ist. Wenn rauchen in den Räumen der Wehr verboten ist, dann gilt dies auch für den Gruppenführer. Andersherum, wenn sich der Gruppenführer nach der Übung eine Zigarette ansteckt muss er damit rechnen, dass ihm die rauchenden Kameraden dies gleich tun.

An letzter Stelle steht die eigene Motivation, wobei diese Stelle womöglich das Wichtigste ist. Wie der heilige Augustinus schon sagte: „Du kannst in anderen nur entzünden, was in dir selber brennt“.

Wie soll die Mannschaft Spaß an der Feuerwehr haben, wenn der Gruppenführer gelangweilt oder genervt daneben steht? Die Kunst besteht darin, die eigene Motivation zu transportieren. Dies kann geschehen, indem der Gruppenführer mit anpackt, wenns ums Autowaschen oder Hallefegen geht. Oder indem der Gruppenführer beim abendlichen Umtrunk teilnimmt und sich mit den einzelnen Kameraden unterhält. Oftmals sagt auch ein Lächeln mehr als 1000 Worte.

Mit diesem epischen Zitat möchte ich den Artikel für heute beenden. Nachdem ich mich heute über die Bedeutung der Führungskraft für die Motivation der Mannschaft geäußert habe, soll es demnächst darum gehen wie man konkret an der Motivation arbeiten kann.

Bis dahin möchte ich von euch wissen: Habt ihr so etwas schon erlebt? Kennt ihr die Probleme aus der eigenen Gruppe oder wie geht man bei euch damit um?

Bis dahin gelten die besten Grüße

Euer Papa Whiskey