Murphy mag keine Feuerwehrler

Wenn du Feuerwehrmann sein willst, dann vergiss das Schlafen, geh nicht mehr auf Parties und tue auch sonst keine anderen wichtigen Dinge!

So oder so ähmlich könnte eine Anweisung an den Feuerwehrmann von heute lauten. Warum? Tja Murphy war wohl kein freiwilliger Feuerwehrmann.  Sein Gesetz „Alles was schiefgehen kann, geht auch schief“ könnte man in der Sprache der Feuerpatscher wohl so ausdrücken. „Der Melder rappelt immer genau dann, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst!“

Diese Gesetzmäßigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch meine bisherige Laufbahn bei der Feuerwehr. Hast du mal ein Wochenende Zeit und wärst bereit Einsätze zu fahren ist alles ruhig. Nmmst du dir aber Abends etwas vor, erinnert der Melder lauthals daran, wer in deinem Leben das Sagen hat.

Schon mein erster Einsatz war von dieser Sorte. Da bekommt man als übereifriger Frischling den Piepser und wartet fieberhaft auf den ersten Einsatz, passiert natürlich wochenlang nichts. Willst du dann aber den Abend auf der Party deines Cousins verbringen wirst du noch vor dem ersten Schluck Alkohol je aus dem Traum einer tollen Party gerissen und zum MANV gerufen. Natürlich stellte sich im Einsatzverlauf heraus, dass es sich nur um eine Übung handelt.

Genauso ist es mit dem Ausschlafen. Wenn ich mir vornehme, mal einen Tag im Monat auszuschlafen (leider kommt das bei mir nämlich sehr selten vor), dann rappelt der Piepser genau in der Nacht, die für den Erholungsschlaf vorgesehen war.

Da ich in einer Stadt lebe, die eine große Berufsfeuerwehr ihr Eigen nennt, kommt es immer wieder vor, dass wir die verwaisten BF-Wachen besetzen müssen, wenn irgendwo anders in der Stadt eine Großschadenslage ist. Dies passiert dann natürlich nur an Tagen , auf denen zwingend ein Arbeitstag folgt. Meistens geht das Ganze dann auch schön lange, sodass sich ein Schlafen nach der Wachbesetzung und vor der Arbeit nicht mehr lohnt.

Oder wie erst heute wieder erlebt: Ich lege mich nach einem stresisgen Arbeitstag nach der Arbeit hin und übe mich im Mittagsschläfchen halten. Natürlich reißt mich der Piepser genau in dem Moment aus dem Vorhaben, als ich gerade richtig teif und fest schlafe. Die heruntergelassenen Rollos sorgten dann übrigens dafür, dass ich dachte es wäre mitten in der Nacht und ich irrte erstmal ziemlich perplex durch die Gegend, als ich feststellte wie hell es doch draußen noch war…

Aber genau das alles macht unser Leben doch eigentlich erst so reizvoll. Der Standard 0-8-15 Tagesablauf wäre doch langweilig. Erst die ganzen Spitzen und Ausnahmefälle machen das Leben besonders.

Und genau deswegen bin ich sehr glücklich so wie es jetzt ist…auch wenn ich gerade mal wieder aus dem Schlaf gerissen wurde…

Noch nichteinmal pfeiffen kann er…

Am Wochenende kam mir die Idee, eine weitere Kategorie aus meinem Leben in diesen Blog aufzunehmen: Ich bin seit einigen Jahren Fußballschiedsrichter und werde zukünftig von den vielen Erlebnissen berichten, die sowohl positiv als auch negativ waren.

Anfangen möchte ich heute mit einem der Negativbeispiele aus der Welt des Fußballs. Erschreckenderweise spielte sich diese Geschichte schon zu Anfang meiner „Karriere“ bei einem Jugendturnier ab.

Als Fußballschiedsrichter ist man es ja gewohnt, der Depp des Spiels zu sein. Egal wie man sich entscheidet, egal was man macht, es gibt immer genug Leute die es besser gesehen haben und besser entschieden hätten. Meistens sind es aufgebrachte Spieler oder Trainer, die teilweise ganz bewusst versuchen den Schiedsrichter zu verunsichern. Das ist man gewohnt und mit wachsender Erfahrung lernt man damit umzugehen.

Tragisch ist es allerdings, wenn junge Schiedsrichter, die nach erfolgtem Lehrgang eigentlich erst den Spaß am „Pfeiffen“ entwickeln, verbal und körperlich angegangen werden.

In meinem Fall leitete ich als Schiedsrichter ein Turnier in der D-Jugend (in der Regel Kinder von 11-13 Jahren!!!). Ein zu Anfangs unproblematisches Spiel hatte auf Grund von Zuschauerausschreitungen einen Turnierabbruch meinerseits zur Folge.

Aber mal langsam von Beginn an.

Ich war gerade 15 oder 16 Jahre alt, und noch recht frisch im Geschäft. Mein Auftrag war es, an einem Samstag ein Jugendturnier zu leiten, bei dem es eigentlich nur um den Spaß der Kinder geht. EIGENTLICH! Leider kommt es auch im Jugendbereich vermehrt dazu, dass übereifrige Eltern nicht mehr den Spaß der Kinder im Vordergrund sehen, sondern den eigenen Ehrgeiz und falschen Familienstolz.

So kam es in diesem Turnier bei einem Recht harmlosen Spiel schon recht früh dazu, dass der „Trainer“ (meiner Meinung nach ist der Begriff für jemanden, der jegliche Vorbildfunktion außer Acht lässt, unangebracht) anfing lauthals jede Entscheidung meinerseits zu kommentieren. Nachdem nicht nur Unmutsäußerungen sondern auch Beleidigungen jeglicher Art mir langsam auf die Nerven gingen und die Spieler anfingen ihren „Trainer“ auch noch tatsächlich als Vorbild zu nehmen, wollte ich den Trainer aus dem Innenraum verweisen.

Dies sollte sich als gravierender Fehler herausstellen. Ich wurde nämlich nicht nur von dem Trainer beleidigt und bespuckt, nein auch eine Meute verrückt gewordener Zuschauer (man hatte aus dem Turnier kurzerhand ein kleines Familienfest gemacht) rannte mir hinterher und wollte mir an den Kragen.

Selbst als die Veranstalter des Turniers sowie mein Vater mich vor den Leuten abschirmten, versuchte man über diese Hinweg an mich heranzukommen und drohte mir massiv Prügel an. Hier sei nocheinmal erwähnt, dass ich so ca. 15 Jahre alt gewesen sein muss und es sich bei den Zuschauern um erwachsene Menschen handelte!

Als die Situation schier ausweglos erschien holte mein Vater kurzerhand das Auto auf die Platzanlage, man ließ mich einsteigen und wir machten, dass wir weit weg von der Anlage kommen. Selbst hierbei versuchten die Eltern und mittlerweile auch die Kinder noch gegen das Auto zu treten.

Dabei lag der Streitwert bei einem Elfmeter, der nicht hätte gegeben werden dürfen und einer Ecke, die aus Sicht der Zuschauer vom falschen Punkt ausgeführt wurde (wer schon einmal Fußball gesehen hat, weiß dass hier die Punkte klar vorgegeben sind).

Für mich war dies ein sehr einschneidendes Erlebnis. Ich war an diesem Tag sehr verängstigt und musste lange darüber grübeln, ob es sich wirklich lohnt diesem Hobby weiter nachzugehen. Hier sehe ich vor allem einen entscheidenden und wichtigen Punkt bei solchen Ausschreitungen einzelner (die Mehrheit der Zuschauer ist auch heute noch freundlich und weiß zumindest, wo Grenzen erreicht sind): Gerade junge Schiedsrichter entwickeln erst durch Erfahrungen ein Gefühl für solche Situationen. Und erst durch die ersten geleiteten Spiele entwickelt man den Spaß an diesem Sport. Ein derart dämliches Verhalten solcher mit falschem Stolz versehenen Menschen führt allerdings dazu, dass sich die Jungschiedsrichter schon sehr früh wirklich fragen müssen, ob sie den Sport wirklich so betreiben wollen.

Viele sagen hier verständlicherweise „Nein“ und geben nach nur wenigen geleiteten Partien den Schein ab. Eins sollte aber allen Leuten klar sein: Ohne Schiedsrichter kein Fußball!

Ich habe mich damals dazu entschieden, weiter zu machen und mich nicht durch solch Idioten einschüchtern zu lassen. Ein recht hartes Urteil für den beteiligten Verein vor der Spruchkammer und der Zuspruch meiner Freunde und Eltern halfen mir dabei. Aber auch der eigene Ehrgeiz. Denn auch wenn es immer wieder zu Negativ-Erlebnissen kommt, macht es tatsächlich Spaß und fördert den Charakter ungemein.

Warum ich Schiedsrichter geworden bin und warum ich auch nach den vielen Jahren und vielen Negativerfahrungen auch weiter dabeibleiben werde, kann ich bei Interesse in einem weiteren Artikel gerne mal berichten.

Bis dahin alles Gute

Euer Papa Whiskey

Erste Hilfe am Arbeitsplatz oder „Gehört der überhaupt zu uns?“

Viele Unternehmen in Deutschland haben erkannt, dass kranke Mitarbeiter weniger bis gar keine Leistung erbringen können, was einen wirtschaftlichen Verlust für jedes Unternehmen bedeutet. Aus diesem Grunde wurden Konzepte entwickelt, die die Gesundheit fördern sollen. So gibt es in vielen Unternehmen Bewegungsangebote, eine gesundes Essensangebot in der Kantine oder sogar Geld für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Mein ehemaliger Arbeitgeber ging sogar soweit, dass ein eigener arbeitsmedizinischer Dienst eingerichtet wurde. Hier gab es eine Abteilung für Allgemein-Medizin sowie eine Abteilung für Physiotherapie (ja sogar massieren lassen konnte man sich während der Arbeitszeit!)

Ausgestattet war dieser AMD mit allen für den Alltag im Büro abgestimmten Geräten und zwei Ärzten. Diese waren zuständig für die Behandlung von leichteren Krankheiten, für die Erstdiagnose und Weiterleitung an den Hausarzt aber auch für den Notfalleinsatz bei Vorkommnissen im Gebäude.

Einen solchen Einsatz sollte ich dann auch miterleben…

Es war vor einigen Jahren (1,2 vielleicht auch 3 ;-)) in meiner Mittagspause. Auf dem Weg in die Kantine sah ich eine kleine Menschenansammlung direkt vor dem Haupteingang unseres Gebäudes – dazwischen konnte ich eine auf dem Boden liegende Person sehen.

Pflichtbewusst wie ich bin eilte ich zu der Menschentraube und fragte was vorgefallen sei. Ein Mann mittleren Alters erlitt einen Krampfanfall und landete beim Zusammensacken mit dem Kopf zuerst auf dem harten Betonboden. Die obligatorische Platzwunde war vorprogrammiert, der Patient nicht bei Bewusstsein.

Bis hierhin lief auch alles optimal. Der Empfangsdienst informierte die Feuerwehr und den sowie den „Büroarzt“. Es hatte sich nur noch keiner getraut, den Herren auch anzufassen.

Also begann ich mit der Erstversorgung (Freilegen der Atemwege, stabile Seitenlage). Dann kam auch schon unser Bürodoc samt Hivi hinzu.

Doch schon der erste Satz vom Doc irritierte und verärgerte mich zugleich. Er fragte mir leise – beinahe ins Ohr flüsternd – ob die Person überhaupt zu unserem Unternehmen gehören und damit in sein „Aufgabengebiet“ fallen würde.

Ich deutete auf die mangelnde Kommunikationsbereitschaft des Patienten dank dessen Bewustlosigkeit hin und bat den Doc doch selbst sein Glück zu probieren. Dieser schaute nur gelangweilt und setzte sich an die Füße des Patienten (das Stethoskop in den Händen baumelnd) und schaute den Patienten an. Ich hab ja schon gehört, dass Menschen wachwerden, weil sie es fühlen, wie sie jemand anschaut. Aber dass das auch bei Bewusstlosen Personen helfen soll…war mir zumindest neu!

Dann passierte eine gefühlte Ewigkeit nichts. Der Doc saß da und schaute abwechselnd mich und den Patienten fragend an…als würde er darauf warten, dass ihm irgendjemand sagt, was er zu tun hat. Irgendwann wurde mir das Ganze zu viel und ich fragte den Doc, ob es nicht sinnvoll sei die stark blutende Kopfplatzwunde zu versorgen. Er bejahte nur, regte sich aber immernoch kein Stück. Ich übernahm dann etwas fassungslos das Ruder und fragte den Hivi vom Doc nach Latexhandschuhen. Hier sei kurz erwähnt, dass dieser mit riesigem erste Hilfe Rucksack samt Defi (!!!) unterwegs war, aber nach langer Zeit Suchen keine Handschuhe finden konnte.

Noch ehe ich meinen Unmut darüber äußern konnte traf zum Glück der RTW ein. Auch hier war der Doc leider nicht in der Lage eine Übergabe an die RTW-Besatzung zu machen, die ihn zu Ankunft in voller Erwartung anschaute, sodass ich eine „Laienübergabe“ machte indem ich die gemachten Erkenntnisse schilderte. Einer der ersten die das Geschehen verfolgten nahm mich später beiseite und sagte nur folgenden Satz: „Also wenn mir mal was bei euch im Unternehmen passieren sollte, versuche ich es noch bis auf die Straße zu schaffen, denn jeder Autofahrer hilft mir eher als euer Doc“.

Ich möchte dies eigentlich nun unkommentiert so stehen lassen. Ich möchte mich hier in keinsterweise als oberschlau darstellen. Auch ich bin nur Laie, denn in der Freiwilligen Feuerwehr machen wir zwar regelmäßig Erste-Hilfe-Schulungen, diese haben allerdings sehr wenig mit einer fundierten Ausbildung zu tun und die Praxiserfahrung fehlt auch grundsätzlich.

Allerdings finde ich es erschreckend, wenn ausgebildete Mediziner entweder überfordert sind in solchen Situationen oder sich darauf berufen, der Mann würde nicht zum Unternehmen gehören. Ich möchte hier keinem etwas unterstellen…doch erschrocken war ich allemal.

Über Kommentare zu ähnlichen Erfahrungen oder eure Einstellung zu diesem Thema würde ich mich freuen.

Bis dahin alles Gute

Euer PapaWhiskey

Es geht los – Oder: Durchwahl 112

Damit sich der Blog auch langsam füllt möchte ich heute von einem netten Anruf während eines Praktikums in einem großen Sicherheitsunternehmen berichten.

Es war noch während meiner Schulzeit und ich verbrachte mein Schulpraktikum in der EDV-Abteilung des besagten Betriebes.

Hier war ich irgendwann für die Hotline verantwortlich, musste aber in den ersten Gesprächen die Telefonate auf Lautsprecher stellen, damit mein „Mentor“ alles verfolgen konnte.

Direkt der erste Anruf, den ich entgegennehmen durfte hatte es in sich. Die Schwester einer Kollegin rief an und wollte eben diese sprechen, da sie dich Telefonnummer nicht mehr parat hatte.

Ich erklärte ihr, dass die Kollegin nicht am Platz sei und nannte ihr die Durchwahl der Kollegin: 112! (Sprich Telefonnummer des Unternehmens und am Ende die 112)

Ihr ahnt was kommt: Keine 2 Minuten später hatte ich die Dame erneut am Telefon. Schwer verwirrt wollte sie mich auf meinen Fehler hinweisen…denn unter der 112 würde die Feuerwehrleitstelle ans Telefon gehen und nicht ihre Schwester.

Da ich das Gespräch auf Lautsprecher hatte konnte jeder der 6 sich im selben Büro befindlichen Kollegen alles mithören, inklusive der Kollegin, dessen Schwester anrief…

Ich werds nie vergessen und habe mich damals noch über einen solchen Anruf gefreut…

Hello world!

…und herzlich willkommen zu meinem Blog.

Inspiriert durch die Blogs die ich in den letzten Tagen förmlich aufgesogen habe, werde ich zukünftig aus meinem Leben die ein oder andere vielleicht interessante Geschichte bloggen.
Wie der Titel schon sagt wird es vorallem um mein Arbeitsleben im Büro eines deutschen Großkonzernes sowie um den ehrenamtlichen Dienst bei der freiwilligen Feurwehr gehen.

Ich hoffe dass der Blog genau DIR als Leser gefällt. Ist dies nicht der Fall, trotzdem vielen Dank für deinen Besuch. Der Statistik tuts gut 😉

Für Anregungen und Kritik bin ich immer zu haben.

Bitte habt etwas Geduld mit mir und der Seite, da dies mein erste Blog ist und ich mich noch ganz schön einlesen muss.

Also bis dahin

Euer PapaWhiskey